Viel haben wir im Vorfeld über die Malakkastrasse gelesen und gehört. Jetzt ist es soweit und wir werden sie selbst erleben. Wir beschliessen direkt neben der Schiffahrtsstrasse (die für all die Frachter, Tanker usw. ist) zu fahren, da wir hoffen dort auf weniger Fischernetzte und Co. zu treffen. Tagsüber kann man diese wenigstens sehen, aber des nächtens hat man keine Chance und muss dann Netze ganz kompliziert frei schneiden. Nachdem wir nur wenig Wind haben wird zuerst mal motorgesegelt. Mittagspause machen wir bei einer kleinen Insel - Pulau Pisang (Bananeninsel). Zum Leidwesen von Alois können wir zwar Bananenstauden am Ufer entdecken. Allerdings sind unsere Skrupel zu groß, Bananen stehlen zu gehen, haben wir keine Zeit und wollen weiter, sind zu faul und haben auch sonst noch einige gute Ausreden, nicht an Land zu gehen - und lichten wieder den Anker.
Wir beschliessen eine Nachtfahrt nach Muar einzuschieben, um Meilen zu machen und endlich wieder in schönes blaues Wasser zu kommen. Erstaunt stellen wir fest, dass die Bojen an denen die Netze hängen mit kleinen Blinklichtern ausgestattet sind. Allerdings muss man zwischendurch immer zwischen jeder Menge Fischerboote und Blinklichtern durchsteuern. Wobei man nicht immer genau weiß, ob sich die Fischerboote bewegen oder nicht.

Wir kommen sehr zeitig in Muar an, schlafen noch ein bißchen und fahren dann dort in den Fluss um Lebensmittel einzukaufen. Der einzige Haken ist, dass die Einfahrt in den Fluss sehr seicht ist und wir müssen uns wegen des ablaufenden Wassers beeilen. Das Einkaufszentrum stellt sich als sehr modern heraus, und wie die meisten Geschäfte in Malaysien sind die Besitzer Chinesen. Mit frischen, reifen Früchten und Gemüse schaut es eher schlecht aus. Naja, vielleicht an unserem nächsten Stop in Malaka/Melaka. Als wir zum Boot zurückfahren können wir noch ca. 10 cm kleine Schlammspringer entdecken. Wirklich süß!

Gut dass wir uns so beeilt haben, denn wir laufen genau bei Niedrigwasser aus ... Vielleicht sollten wir das nächste mal den Gezeitenkalender etwas genauer studieren. Der Wasserspiegel an der seichtesten Stelle ist auf 1,30m gesunken und Felix schafft es gerade noch heraus. Wir mit unserer Pakia tea haben da weniger ein Problem, da wir nur ca. 90cm Tiefgang haben. Allerdings passiert es dann endlich, dass wir in ein Fischernetz fahren. Zuerst hoffen wir es vom Boot aus lösen zu können, aber leider ist das Wasser zu trübe und wir bekommen es mit dem Bootshaken nicht zu fassen. Also stürzt sich Martin todesmutig in die Fluten und gemeinsam gelingt es uns das Netz, ohne es zu zerschneiden, loszulösen. Da kommt auch schon der Fischer, um zu schauen wie es um sein Netz steht. Vielleicht sollte er es ein wenig tiefer hängen (OK, bei knapp 2 m Wassertiefe vielleicht nicht so einfach) ...
Wir fahre weiter nach Malaka/Melaka, kurz bevor wir eintreffen erreicht uns eine Regenwolke. Wir ertragen die Erfrischung tapfer und hoffen auf besseres Wetter in der Zukunft. Toms Eltern auf Felix sind schon früher am Ankerplatz und stellen fest, dass die Bucht entgegen den Angaben auf der Seekarte mittlerweile zur Hälfte mit Sand aufgeschüttet wurde, um Land zu gewinnen. Knapp vor dem Auflaufen können sie noch abbremsen und warnen uns rechtzeitig. Am nächsten Morgen wandern Tom und Martin zur nächsten Tankstelle und schleppen unter größten Strapazen Kanister um Kanister Sprit zurück zum Dinghi. Tom wünscht sich mal wieder Elektromotoren, nicht zum letzten mal ...

Dann geht es zum Sight-seeing nach Malaka/Melaka, wo schon alle Vorbereitungen fürs chinesische Neujahr getroffen werden. Der Ort ist wirklich sehr touristisch und wieder voll mit chinesischen Einwohnern. Ursprünglich von Portugiesen, dann von Niederländern und schliesslich von Engländern erobert, findet man in Melaka Spuren von all diesen Völkern. Teilweise schaut es aus wie in Amsterdam, mit den hohen Reihenhäusern.
Als wir nach frischen Früchten fragen, werden wir wieder in ein rießiges Einkaufszentrum geschickt. Wir wundern uns, dass es dort keine Stände gibt, wie in Thailand, wo man frisches Gemüse und Obst kaufen kann. Naja, man muss halt nehmen was man bekommt.

Trotz Flaute am nächsten Tag fahre wir weiter Richtung Penang, wieder über Nacht, und Sonne  kommt sich vor wie bei einem Computerspiel wegen der hunderten Leuchtbojen und Fischerboote. Mittlerweile sind wir schon über 1.000sm unterwegs. Über Sumatra sehen wir regelmäßig Wetterleuchten und hoffen, dass es dort bleibt. Mittags erreichen wir Pulau Rumbia, wo wir eigentlich über Nacht bleiben wollten aber nicht können, da es zum Ankern zu tief ist. Martin und Elke, sowie Tom's Mutter erkunden die Insel und finden auch eine Einwohnerin - eine Ziege! Die ergreift aber vor Martin sogleich die Flucht. Schade, hätte einen guten Braten abgegeben ;-) Auch Waranspuren kann man sehen.
Wir tukeln also weiter und bahnen uns in den Morgenstunden einen Weg durch einen Schwarm von über hundert kleinen Trawlern. Sie schleppen kleine Netz knapp über dem Boden. Was sie da rausholen läßt sich nicht so leicht erkennen - es dürften aber Kalmare sein. Offenbar die einzigen Tiere, die sich schnell genug fortpflanzen, um bei dieser unheimlich intensiven Fischerei noch zahlreich sein zu können.
Dann erreichen wir endlich die Insel Penang/Pinang wo wir zuerst noch eine im Bau befindliche und eine schon fertige Brücke passieren. Zuerst muss Sonne aber wieder mal zwischen tausenden Minibojen durchmanövrieren, was sehr anstrengend ist und gute Nerven braucht.
Am frühen Nachmittag erreichen wir die Marina. Alois leistet im Dinghi Manövrierhilfe (mit einem einzelnen 18PS Außenborder steuert sich ein 16m Katamaran nicht so gut) und wir schaffen bravurös das Anlegemanöver. Endlich mal eine laaaange Dusche, ruhiges Schlafen, volle Wasserbehälter an Bord und frisch gewaschene Wäsche!
Man gönnt sich ja sonst nix.

Bilder 11,13,14 und 17 © Schlossbergmartin
Bilder 2,3,5,6,7,8,9,10,16 und 18 © www.katamaran-felix.at

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