Will man die zu den gefährdeten Arten zählenden Brillenpinguine (Spheniscus demersus) sehen, gibt es keinen besseren Platz in Südafrika als Simon's Town. Nachdem Simon's Town auch eine Marina hat, war für uns klar dort einen Stopp einzulegen. Von der Marina, die mitten im Ort liegt, sind es noch an die 2 km bis man zu den Stränden kommt, wo die Pinguine leben und man ganz nahe an sie heran kann. Am ersten Strand wollen wir eigentlich nur vorbei gehen sehen aber dann, dass eine kleine Gruppe von Pinguinen sich dort aufhält. Auf einem der grossen Steine liegen sie und rasten in der Sonne. Wir beobachten von ganz nahe wie sie tolpatschig an Land herumwatscheln um nach einem tollkühnen Sprung ins Wasser zu eleganten Torpedos zu mutieren.

01_False_Bay_the_natural_environment_of_the_African_penguins_and_the_African_fur_seals_as_well_as_the_great_white_sharks
01_False_Bay_the_natural_environment_of_the_African_penguins_and_the_African_fur_seals_as_well_as_the_great_white_sharks
02_You_can_observe_them_on_any_beach_around_Simons_Town
02_You_can_observe_them_on_any_beach_around_Simons_Town
03_African_penguins_(Spheniscus_demersus-Brillenpinguin)_were_called_Jackass_Penguins_before_because_of_their_donkey-like_braying
03_African_penguins_(Spheniscus_demersus-Brillenpinguin)_were_called_Jackass_Penguins_before_because_of_their_donkey-like_braying
04_Seaforthe_Beach_in_Simons_Town
04_Seaforthe_Beach_in_Simons_Town

Nach einiger Zeit gehen wir dann weiter zum Foxy Beach, ab hier sind die Strände eingezäunt um die Pinguine zu schützen. Dort kann man gegen Eintritt auf zwei Boardwalks ganz nahe an die Kolonie heran. Mit Hinweistafeln und Bildern wird auf Besonderheiten hingewiesen und wir entdecken sogar einige Pinguine die bereits Eier gelegt haben. Eigentlich beginnt die Brutsaison erst im Februar, aber einige sind etwas früher dran. Der Grossteil ist noch mit Paarung beschäftigt. Meist zu Zweit stehen sie am Strand oder unter der Strandvegetation, die hier extra wieder angepflanzt wurde. Manchmal sitzen sie bereits vor einem Brutloch im Sand oder einem der künstlichen Bruthöhlen. Pinguine haben eine lebenslange Partnerschaft und man kann sie bei zärtlichen Berührungen und beim kuscheln beobachten.

05_African_penguins_are_social_breeders_and_nist_in_colonies
05_African_penguins_are_social_breeders_and_nist_in_colonies
05_From_just_two_breeding_pairs_the_colony_has_grown_to_almost_3000_penguins
05_From_just_two_breeding_pairs_the_colony_has_grown_to_almost_3000_penguins
06_An_early_breedinr_enjoying_the_sunny_day
06_An_early_breedinr_enjoying_the_sunny_day
06_Enjoying_a_swim_in_the_ocean
06_Enjoying_a_swim_in_the_ocean
07_A_group_of_penguins_coming_back_on_shore
07_A_group_of_penguins_coming_back_on_shore
08_African_penguins_only_start_breeding_at_four_years_of_age
08_African_penguins_only_start_breeding_at_four_years_of_age
09_Mating_season_has_begun
09_Mating_season_has_begun
10_Nests_range_from_a_shallowscrape_in_the_open_to_burrows_in_sand_or_guano
10_Nests_range_from_a_shallowscrape_in_the_open_to_burrows_in_sand_or_guano
11_Artificial_nesting_places_on_Foxy_Beach
11_Artificial_nesting_places_on_Foxy_Beach
12_Some_early_ones_already_layed_their_egg
12_Some_early_ones_already_layed_their_egg
13_African_Penguins_are_monogamous_and_like_to_cuddle
13_African_Penguins_are_monogamous_and_like_to_cuddle
14_Different_color_morph
14_Different_color_morph

Aus nur zwei Paaren im Jahre 1986 ist diese Pinguinkolonie entstanden und umfasst heute fast 3.000 Individün. Vermutlich ist es der Reduktion von kommerziellen pelagischen Trawlern in der False Bay zu verdanken. Dadurch ist die Anzahl kleiner pelagischer Futterfischen für die Pinguine stark gestiegen.

Noch toller um die Pinguine hautnah erleben zu können ist der Boulders Beach, wo man direkt zwischen den Pinguinen am Strand liegen und im doch etwas kaltem Wasser schwimmen kann. Oft müssen wir aufpassen, dass sie nicht mit ihren harten Schnäbeln in unsere Richtung hacken, weil wir so nahe an ihnen vorbei müssen. Immer wieder sehen wir auch einen Pinguin der etwas wuschelig aussieht. Dieser kriegt gerade ein neüs Federkleid und kann in dieser Zeit, meist drei Wochen, nicht ins Wasser und muss somit hungern. Einmal entdecken wir ein Pinguinpaar, das ein Ei direkt auf einen Stein gelegt hat. Wir überlegen gerade wie sie es schaffen, dass das Ei nicht hinunterfällt und in diesem Moment passiert es. Durch die Bewegung eines Pinguins fällt das Ei und innerhalb weniger Sekunden ist eine Möwe da, die nur darauf gewartet hat. Diese schnappt sich das Ei und fliegt davon. Die zwei armen Pinguine sind ganz verdattert und suchen noch eine Zeit lang nach ihrem Ei.

15_Getting_close_to_the_penguins_at_Boulders_Beach
15_Getting_close_to_the_penguins_at_Boulders_Beach
16_Even_penguins_have_to_yawn
16_Even_penguins_have_to_yawn
17_They_can_even_sleep_while_standing_up
17_They_can_even_sleep_while_standing_up
18_Penguins_have_very_sharp_beaks_that_can_cause_serious_injuries_if_they_bite_or_lunge
18_Penguins_have_very_sharp_beaks_that_can_cause_serious_injuries_if_they_bite_or_lunge
19_At_Boulders_Beach_you_can_even_go_in_the_water_with_the_penguins
19_At_Boulders_Beach_you_can_even_go_in_the_water_with_the_penguins
20_Old_worn_feathers_are_replaced_during_the_annual_moult
20_Old_worn_feathers_are_replaced_during_the_annual_moult

Andere Meerestiere die man in grossen Gruppen am offenen Meer und vor allem in der Bucht vor Kapstadt sehen kann sind die Südafrikanischen Seebären (Arctocephalus pusillus pusillus). Immer wieder liegen sie am Meer in kleinen Gruppen und Strecken ihre Gliedmassen nach oben. Dabei ruhen sie sich aus und wenn wir vorbei segeln erschrecken sie oft und tauchen kurz ab. Am Ankerplatz in Simon's Town hatten wir immer eine einzelne Robbe die sich unter unserem Boot sehr wohl gefühlt hat. Sie sind übrigens die Hauptspeise der berühmten weissen Haien (Carcharodon carcharias), die sich hier in der Gegend fortpflanzen. Im Moment ist zwar keine Hai-Saison aber andere Segler haben immer wieder grosse Haie rund um ihre Boote und einmal sogar in der Marina in Simon's Town beobachten können.

21_The_African_Fur_Seal_(Arctocephalus_pusillus_pusillus-Suedafrikanischer_Seebaer)
21_The_African_Fur_Seal_(Arctocephalus_pusillus_pusillus-Suedafrikanischer_Seebaer)
22_Fur_seals_spend_most_of_the_year_at_sea_but_are_never_far_from_land
22_Fur_seals_spend_most_of_the_year_at_sea_but_are_never_far_from_land
23_Seals_relaxing_at_the_surface
23_Seals_relaxing_at_the_surface
24_The_African_or_Cape_Fur_Seal_(Arctocephalus_pusillus_pusillus)_is_the_main_food_source_for_Great_White_Sharks
24_The_African_or_Cape_Fur_Seal_(Arctocephalus_pusillus_pusillus)_is_the_main_food_source_for_Great_White_Sharks
25_Sleeping_at_the_surface_on_a_calm_day
25_Sleeping_at_the_surface_on_a_calm_day
26_Young_Humpback_Whale_(Megaptera_novaeangliae)_at_Robben_Island
26_Young_Humpback_Whale_(Megaptera_novaeangliae)_at_Robben_Island
27_You_can_sea_the_two_blowholes_on_the_top_of_the_head
27_You_can_sea_the_two_blowholes_on_the_top_of_the_head
28_Baleens_and_tongue_clearly_visible_in_the_mouth_of_this_feeding_humpback_whale
28_Baleens_and_tongue_clearly_visible_in_the_mouth_of_this_feeding_humpback_whale
29_Close_up_of_the_baleens
29_Close_up_of_the_baleens
30_One_of_the_exceptional_long_flippers_with_knobs_along_leading_edge
30_One_of_the_exceptional_long_flippers_with_knobs_along_leading_edge
31_An_albatross_(Diomedeidae)_flying_above_Pakia_tea
31_An_albatross_(Diomedeidae)_flying_above_Pakia_tea

Kurz vor unserer Abreise machen wir noch einen kurzen Ankerstopp vor Robben Island und sind überrascht, als plötzlich direkt vor unserem Bug ein Wal bläst. Es handelt sich um eine Gruppe junger Buckelwale (Megaptera novaeangliae), die hier wohl das ganze Jahr genug Futter vorfinden. Sie schwimmen direkt am Ankerplatz um unser Boot herum und öffnen ihren Mund ganz weit um möglichst viele der kleinen Krebse fressen zu können. Einer kommt sogar so nahe, dass er fast unsere Ankerkette mitfrisst. So sehen wir zum ersten mal die Barten im Maul mit denen sie das Plankton aus dem Wasser filtern. Ein tolles Erlebnis das wohl so schnell nicht wieder kommt.

Und als Draufgabe sehen wir nach unserer Abfahrt Richtung Ascension endlich einige Albatrosse (Diomedeidä), die neben und um unser Boot ihre Kreise ziehen und ein paar gewöhnliche Delfine (Delphinus delphis) - für uns gar nicht so gewöhnlich. Was für ein schöner Abschied von Südafrika.

project manaia

Krüss Mikroskope