Nach der stürmischen Begrüßung in Südafrika geht es erst mal los mit Arbeit. Seit unserer Abfahrt vor 2 Jahren hat sich einiges angestaut. Hier in Richards Bay ist ein guter Platz um Reparaturen zu machen und Ersatzteile zu besorgen, da man fast alles bekommt. Und wenn man mal Pause braucht gibt es einige Game Parks sowie den größten Wetland Park von Südafrika in der Nähe.
Das wichtigste Projekt sind unsere Elektromotoren, die unbedingt überprüft gehören. Auch der Mastfuß vom Schonermast muss neu gemacht werden, da er Risse zeigt. Und dann sind da noch viele kleine und große Sachen die erledigt werden müssen.
Nach langem Probieren und vielen Versuchen mit nur wenig Hilfe vom Hersteller gelang es schließlich die Elektromotoren auseinander zu nehmen. Wir hatten gehofft, dass die Laufgeräusche nur von kaputten Lagern stammen – leider ist es viel schlimmer, in den Motoren ist Salzwasser. Diese Elektromotoren sind definitiv ein Wunder der Ingenieurskunst – vermutlich waren Rotor und Stator schon mehr als ein Jahr in einem Bad aus Salzwasser, verkrümeltem Fett und Korrosionsprodukten – und sie sind bis zum Schluss gelaufen! Schlimm geworden ist es erst, als dieses teuflische Gemisch die Bandagen beschädigt hatte, die um die Magneten des Rotors gewickelt ist. Danach begann der Rotor selbst zu korrodieren, sich auszudehnen und am Stator zu schleifen und anschließend zu stecken. Nach längeren Recherchen und Nachfragen beim Hersteller gelang es Tom und Alois schließlich diese Ummantlung zu erneuern. Nun sind die Motoren wieder geputzt, geschliffen, mit neuen O-Ringen sowie selbst gebastelten Dichtungen versehen und hoffentlich dieses mal wasserdicht wieder verschlossen. Zu unserer großen Freude scheinen sie wieder einwandfrei zu funktionieren.

water in electric engine
damaged sleeve
repairing sleeve
new sleeve

Unser gerissenes Screecher Segel haben wir nähen lassen und die kaputten Nähte beim Schonersegel selbst wieder genäht. Der Mastfuß ist noch in Arbeit muss nur mehr gestrichen werden. Alle Luken haben neue Dichtungen erhalten, da wir doch immer wieder Wassereinbrüche hatten. Dieses Mal sollte es aber dicht sein. Außerdem bauen wir gerade zwei neue Regale ein und reinigen endlich mal alle Niro-Gestänge. Wobei das hier in Richards Bay eher ungünstig ist, da der Südwind immer jede Menge Russ und Staub bringt – der größte Kohlehafen Südafrikas lässt grüssen. Der macht die Boote dann unglaublich dreckig, ist aber nicht zu vermeiden. Gewaschen wird kurz vor unserer Abfahrt, da es sonst sowieso immer gleich wieder dreckig ist.
In der Tuzi Gazi Marina wird es auch sonst nie langweilig. Eines Abends, als gerade ein starker Gewitter-Squall aus Süden mit bis zu 50 Knoten über die Marina wehte, kamen wir gerade vom Essen zurück. Genau in diesem Moment krachte eines der großen Stahl-Pilotboote, die an der nahen Kaimauer befestigt sind, im Rückwärtsgang in die Marina. Genau dort wo wir gerade noch gestanden hatten! Ich konnte mich noch mit einem Sprung nach hinten in Sicherheit bringen als das Pilotboot eines der Segelboote mit voller Wucht direkt vor mir rammte. Sie hatten ein Problem mit dem Motor und im Rückwärtsgang beschäftigten sich alle mit eben diesem ohne zu schauen wo der starke Wind das Boot hin drehte. Wir glaubten zuerst, dass niemand an Bord wäre, aber nach langem Schreien konnten wir Leute an Bord ausmachen. Tom das Brückendeck und machte sie lautstark darauf aufmerksam was passiert war. Sie hatten wohl nichts mitbekommen. Zum Glück wurden „nur“ zwei Boote beschädigt, eines davon aber stark. Leider auch genau die beiden Boote die es beim letzten Sturm schon erwischt hatte.Wir hatten wieder mal Glück im Unglück und sowohl uns als auch unserer Pakia tea – nur 10 meter daneben – ist nichts passiert.

project manaia

Krüss Mikroskope