Von der ursprünglichen Flora und Fauna ist wie auf Rodrigues nicht mehr viel übrig. Das prominenteste Beispiel ist wohl der Dodo (Raphus cucullatus), der bereits 1690 ausgerottet wurde. Als flugunfähiger Vogel waren er und seine Eier leichte Beute für den Mensch und auch die eingeschleppten Tierarten wie Mangusten (Herpestidae) und Ratten. Auch die hier heimischen Riesenschildkröten (Gattung Cylindraspis) wurden gegen 1800 endgültig ausgerottet, wie auch viele andere endemische Vogelarten. Große Teile der Insel waren ursprünglich von Regenwald bedeckt. Von diesem ist fast nichts mehr übrig, denn er wurde großflächig vom Zuckerrohr ersetzt. Die ursprüngliche Zuchtstation für Aldabra Riesenschildkröten liegt im Süden der Insel und wurde noch von Charles Darwin ins Leben gerufen. „La Vanille“ gleicht mittlerweile aber eher einem Zoo, wo neben den Schildkröten auch Krokodile zur Leder- und Fleischgewinnung gezüchtet werden. Falls man noch nie Riesenschildkröten sehen konnte ist dieser Park sicher sehenswert, ansonsten kann man gerne darauf verzichten.

02_Feeding_the_giant_Aldabra_tortoises_(Aldabrachelys_gigantea)_(Michael_Plank)
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03_Daily_crazy_dolphin_watching_and_swimming_in_front_of_Tamarind_Bay
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04_A_big_group_of_dolphins_coming_towards_us
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05_Longsnouted_spinner_(Stenella_longirostris)_and_Indo-pacific_bottlenose_dolphins_in_Mauritius
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06_Close_encounter_on_our_bow
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07_Dolphins_on_our_bow
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08_Happy_longsnouted_spinner_dolphin_(Stenella_longirostris)
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09_Three_humpback_whales_(Megaptera_novaeangliae)_crossing_our_path
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10_Close_encounter_with_a_humpback_whale
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11_The_back_of_a_humpback_whale_just_before_diving
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12_Every_fluke_has_a_different_pattern_on_the_underside_so_you_can_distinguish_between_different_individuals
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13_Two_humpback_whales_(Megaptera_novaeangliae)_feeding
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Über und unter Wasser rund um die Insel trifft man immer wieder auf Meeressäuger. Auf der Westseite der Insel, genauer gesagt vor der Tamarind Bucht, kann man jeden Tag in der Früh eine Gruppe Delphine beim Jagen beobachten. Wäre prinzipiell eine tolle Sache, wenn gewisse Regeln eingehalten würden. Einen Ausflug mit einem der Dolphin-Watch-Boote kann man definitiv nicht empfehlen. Von den internationalen Richtlinien für die Beobachtung von Meeressäugern hat man hier wohl noch nie gehört. Die Gruppe von ca. 20-30 Delphinen ist dabei von mindestens so vielen Booten, auf denen sich im Durchschnitt zwischen 15 und 20 Leute befinden, umzingelt. Jeder will das beste Bild erhaschen und sogar schnorcheln kann man mit ihnen. Das funktioniert so, dass das Boot den Delphinen den Weg abschneidet und die Schnorchler vor den Delphinen ins Wasser schmeißt. Die Schnorchler müssen dann relativ schnell schwimmen um einen Blick auf die Delphine unter Wasser zu erhaschen. Abgesehen davon, dass man die armen Tiere irrsinnig stört und deren Beute vertreibt, ist es auch nicht ganz ungefährlich, vor allem wenn Jungtiere dabei sind. Die werden von ihren Müttern nämlich verteidigt und da kann es zu schweren Verletzungen kommen. Trotzdem mussten wir dieses Spektakel jeden Morgen mit ansehen.

Man hat um Mauritius zumindest immer die Möglichkeit auf eine Gruppe von Delphinen zu treffen. Wir hatten gleich mehrmals das Glück. Zum einem vor Anker, wo sie um unser Boot gejagt haben, zum anderen hatten wir an einem herrlichen Segeltag sogar eine gemischte Gruppe von geschätzt 100 Spinner Delphinen (Stenella longirostris) und Indo-pazifischen Tümmlern (Tursiops aduncus) an unserer Bugwelle. Sie wurden nicht müde und haben uns über eine Stunde begleitet.

Auch Buckelwale (Megaptera novaeangliae) sind vor unserem Bug aufgetaucht. Die sind gerade, also zwischen Juli und September auf den Weg Richtung Norden um dort in den wärmeren Gewässern ihre Jungen zu bekommen. Einige Male hatten wir die Gelegenheit sie beim Luftholen und Abtauchen beobachten zu können. Sie lassen sich beim Fressen nicht stören und schwimmen langsam ihre Runden. Nur Pottwale haben wir leider noch nicht entdeckt, vielleicht aber bei unserer Überfahrt nach Reunion.

15_Our_anchorage_between_Flat_Island_and_Ilot_Gabriel
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16_A_view_of_Round_island_and_Serpent_island_from_Ilot_Gabriel
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17_Flying_white_tailed_tropicbird_(Phaeton_lepturus)
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18_White-tailed_tropicbird_(Phaeton_lepturus)_nesting_on_the_ground_at_Ilot_Gabriel
18_White-tailed_tropicbird_(Phaeton_lepturus)_nesting_on_the_ground_at_Ilot_Gabriel
19_Young_white-tailed_tropicbird_(Phaeton_lepturus)_still_in_his_nest
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20-Little_selfmade_chapel_on_Ilot_Gabriel
20-Little_selfmade_chapel_on_Ilot_Gabriel
21_The_beautiful-east_side_of_Ilot_Gabriel
21_The_beautiful-east_side_of_Ilot_Gabriel
22_Vegetation_on_Ilot_Gabriel
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23_As_you_ca_see_a_well_protected_island_without_any_disturbance_of_humans
23_As_you_ca_see_a_well_protected_island_without_any_disturbance_of_humans
24_Hermit_crab_with_sea_anemones_on_the_shell
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25_Round_and_Serpent_island_in_the_background
25_Round_and_Serpent_island_in_the_background
26_View_towards_Flat_island
26_View_towards_Flat_island

Der beste Platz zum Schnorcheln befindet sich zwischen Flat Island und Ilot Gabriel im Norden von Mauritius. Die einzige Möglichkeit dort hin zu gelangen ist mit einem Ausflugsboot bzw. Katamaran. Der Riffpass ist nur mit einheimischer Hilfe zu finden und die Einfahrt für Boote sehr eng und seicht (ca. 10 m breit und so um die 1,5 m tief). Wir haben es trotzdem drei mal gewagt, nachdem wir beim ersten Mal Hilfe von den Einheimischen Booten bekamen. Wenn man dann aber erst mal dort an der Mooring hängt ist es ein wunderbarer Ankerplatz. Auf der Insel gibt es jede Menge Weißschwanz-Tropikvögel (Phaethon lepturus), die gerade brüten. Sie sind Bodenbrüter und suchen sich unter Büschen und Bäumen einen Platz für ihr Nest. Beim Wandern über die Ilot Gabriel fliegen sie dicht an den Köpfen vorbei. Vom Boot sowie von der Insel aus kann man gleich ins Korallenriff eintauchen, das zwar weniger Korallenarten besitzt, als wir es von den Malediven oder Chagos gewohnt sind, aber trotzdem eine gute Korallenbedeckung hat. Es gibt wohl nicht viele Plätze rund um Mauritius, wo man die Unterwasserwelt in ähnlicher Vielfalt genießen kann. Meist findet man Lavablöcke, die mehr oder weniger spärlich von kleinen Korallenkolonien bewachsen sind. Ein einziger Weißspitzenriffhai wurde beim schnorcheln gesichtet. Ansonsten sind Großfische eher rar.  
Mauritius hat einige gute Wandergebiete wie den Black River Gorges National Park, wo man schöne lange und kurze Wanderungen unternehmen kann. Alles in allem eine abwechslungsreiche Insel, die vieles zu bieten hat.

project manaia

Krüss Mikroskope