Auf unserem Törn durchs Süd-Ari Atoll sind wir unter anderem immer auf der Suche nach Plätzen, wo wir Riffmantas (Manta alfredi) beobachten können. Am Weg auf der Westseite des Ari Atolls entlang Richtung Norden kommen wir an Moofushi vorbei. Wir sehen ein Boot vom nahegelegenen Resort und fragen, was sie hier suchen. Die Antwort freut uns, denn sie schauen nach Mantas. Also entschließen wir uns auch ein wenig zu suchen, allerdings zuerst ohne Erfolg. Wir können drei Mobulas unter Wasser beobachten, als sie an uns vorbei gleiten (siehe Bild 1). Gerade als wir zu unserem Ankerplatz fahren wollen sehen wir auf der Oberfläche eigenartige Flossen, die sich immer näher zur Küste bewegen. Tom und Martin springen hinein und können zuerst aufgrund der schlechten Sicht unter Wasser kaum etwas erkennen, bis ihnen ein riesiger Rochen mit geöffneten Maul entgegen kommt (Bild 2). Im Moment ist extrem viel Plankton im Wasser und es scheint so, als würde es sich genau an der Stelle sammeln. Mindestens 6 Tiere gleiten hier an der Oberfläche mit weit geöffnetem Maul durch das Wasser (siehe Bild 3 und 4) und filtern die vielen kleinen Planktonorganismen heraus. Wir alle werfen uns nacheinander ins Wasser um uns das Fressen dieser Tiere genauer anzuschauen und auch um ID Fotos zu machen. Es ist unwirklich wenn man den großen Manta bei einer Sichtweite zwischen 2 und 4 Metern erst kurz vor einem zu sehen bekommt.
Wir haben viel Glück und es gelingt uns zwei Individuen zu fotografieren, die bisher noch nicht in der Database von Manta Trust sind. D.h. Wir dürfen sie sogar benennen. Den ersten, ein unreifes Männchen, nennen wir „SoKeTo“ und der zweite, ein Weibchen, wird „Ursula“ - nach der Seehexe von H. C. Andersen, getauft (siehe Manta ID Seite).
Guy Stevens, der Gründer vom Manta Trust, den wir in Hulumale treffen können, gibt uns den Tipp, doch in die Fesdu Lagune zu fahren. Dort hängen oft Tauchboote und nachts locken sie mit riesigen Scheinwerfern Plankton und somit auch Mantas an. Er meint wenn wir fragen, dann können wir sicher bei einem Tauchboot mit ins Wasser. Genau das machen wir und wir haben Glück. Gleich fünf Tauchboote sind an diesem Tag vor Ort. Man erklärt uns, dass sie ab 20 Uhr damit rechnen, dass Mantas kommen. Wir machen uns also fertig und warten bis wir erkennen, dass die Taucher kurz vor 21 Uhr ins Wasser springen. Also nichts wie hin und mal nachfragen. Angeblich war gerade ein Manta da, aber wir können nur viele Taucher erkennen. Nach einiger Zeit entschließen wir uns einfach zu tauchen, obwohl nur ein luftblasen-Whirlpool zu sehen ist. Außer Tauchern können wir zuerst nicht viel erkennen. Erst nach einiger Zeit fällt uns der Schwarm Großmaul-Makrelen (Rastrelliger kanagurta) auf. Der Schwarm dreht sich wie ein Wirbelwind schwimmend im Kreis mit weit geöffnetem Maul und filtert dabei das Plankton aus dem Wasser. Ein ungewöhnlicher Anblick der noch unwirklicher wird als aus dem dunklen Wasser der erste Manta mit weit geöffnetem Rachen auf uns zu kommt und direkt vor uns Rückwärtssaltos zu schlagen beginnt. Es ist ein Weibchen und das Videolicht an Toms Kamera scheint ihr zu gefallen. Sie dreht sich schnell knapp vor ihm im Kreis, mit knapp meine ich ca. 2 cm Abstand zur Kamera, um möglichst schnell möglichst viel Plankton rauszufiltern. Nach einiger Zeit, als die meisten anderen Taucher schon aus dem Wasser müssen, tauchen noch zwei weitere Mantas auf. Diesmal zwei Männchen die ebenfalls wie zwei monströse Fressmaschinen ihren wilden Tanz veranstalten. Manchmal kommen wir uns vor wie ein Manta-Sandwich, wenn sie sich knapp neben uns links und rechts drehen. Wir sind vor Staunen wie erstarrt und wissen gar nicht, wo wir zuerst hinsehen sollen. Auch die Schiffshalter (Echeneis naucrates) kennen sich nicht mehr aus und wechseln zwischen den Mantas hin und her.
Es ist schier unglaublich was sich vor unseren Augen abspielt und wir genießen diese Augenblicke in vollen Zügen.

>> Tip: schaut euch unser VIDEO an ... <<

Teufelsrochen (Mobula sp.)
Tom mit Manta im Ari Atoll
Manta beim Fressen im Ari Atoll
geöffnete Kiemenspalten beim Filtrieren

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Krüss Mikroskope