Im Nordosten Langkawis gibt es noch einen ausgedehnten, intakten Mangrovenwald. Vom Meer aus ist er fast nicht zu sehen und man muss mit dem Boot, zumindest von der nördlichen Seite kommend, über eine seichte Stelle und Sandbank fahren. Ist man dann hinter dem Sandwall eröffnet sich ein kleiner Meerwassersee inklusive Insel und Richtung Westen breitet sich ein imposanter Wald aus Mangroven mit unzähligen größeren und kleineren Wasserwegen aus. Wenn man sich nicht auskennt verirrt man sich in diesem Mangroven-Dschungel mit Sicherheit.
Sieht man genauer hin kann man durch die unterschiedlichen Wurzeln und Blätter zahlreiche Mangrovenarten aus mindestens 4 Gattungen erkennen. Auf einer nahegelegenen Sandbank mit Mudflat gibt es gleich mal Avicennia zu sehen mit ihren gut erkennbaren Luftwurzeln die Pneumatophoren genannt werden (siehe Bild 1). Ein einzelner Baum kann bis zu 10.000 dieser Wurzeln haben. Weiters finden wir mindestens zwei Arten von Rhizophora mit ihren typischen Stelzwurzeln (siehe Bild 2). Als wir am nächsten Tag dann mit dem Dinghi in den Mangrovenwald hineinfahren fallen uns auch die Kniewurzeln der Gattung Bruguiera auf.
Wir folgen dem Wasserlauf und kommen schließlich mit Hilfe unseres GPS zum berühmten „Hole in the wall“ das zwei große Mangrovenwälder durch einen kleinen Priel oder Fluss, der sich durch einen Spalt in der Felswand schlängelt, miteinander verbindet (sieh Bild 5). Dabei werden wir von Langschwanzmakaken  (Macaca fascicularis)  - auch Javaneraffen oder Krabbenfresser genannt - beobachtet, die wohl auf die Touristen warten, die sie füttern (siehe Bild 5).
Langkawi ist außerdem ein Paradies für Vogelbeobachter. In dem Mangrovenwald sehen wir zum Beispiel einige große Nashornvögel – Buceros bicornis – vorbei fliegen und beobachten große Raubvögel wie den Weißbauchseeadler (Haliaeetus leucogaster) oder den Brahminenweih (Haliastur indus) - ein mittelgroßer Greifvogel aus der Familie der Habichtartigen - beim Jagen. Auch einige wunderschöne Eisvögel kreuzen unseren Weg.
Zurück beim Boot fahren wir mit dem Seekajak wieder zu „unserer“ Sandbank, wo wir endlich Schlammspringer (Periophthalmus sp. – Gobiidae, Meergrundeln) beobachten können – Keanus neue Lieblingstiere. Sie verbringen die meiste Zeit außerhalb des Wassers und können sich mit der für Meergrundeln typischen Saugflosse am Bauch gut an den Mangrovenwurzeln oder Stämmen anheften (siehe Bild 6). Draußen auf dem inzwischen trocken gefallenen mudflat sehen wir schon von weitem die Winkerkrabben mit ihren großen Scheren auf und ab wippen (siehe Bild 8). Sie gehören zur Gattung Uca und sind typisch für Mangrovenwälder. Eine ihrer zwei Scheren ist bei den Männchen stark vergrößert, wird zum Anlocken der Weibchen benutzt und ständig in gleichmäßigen „Takt“ auf und ab bewegt - daher der Name Winkerkrabben. Es sieht sehr lustig aus wenn man über den Schlamm blickt und hunderte dieser Krabben im gleichen Rhythmus mit ihren farbenprächtigen Scheren wedeln.
Es gebe hier sicher noch einiges zu entdecken, wir müssen aber weiter, damit wir es endlich einmal rund um Langkawi schaffen.

Pakia tea vor Avicennia Mangroven
Mangrovenbäume der Gattung Rhizophora
Ein Teil des riesigen Mangrovenwaldes im Nordosten Langkawi
Affen warten auf Futter in der Nähe vom Hole in the Wall
Das Hole in the Wall
Schlammspringer auf Luftwurzel von Avicennia
Keanu spielt mit dem Schlammspringer
Winkerkrabben am Schlamm zwischen den Mangrovenbäumen

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