Das Abenteuer Andamanen beginnt in Krabi, Thailand, wo wir unsere Crew durch einen Schwarm von zornig brummenden Monster-Hornissen (ohrenbetäubenden Longtail-Ausflugsbooten) an Bord befördern. Zwei aus unserer Stammcrew von der Überstellungsfahrt 2012 - Elke und Martin - sind auch wieder mit dabei. Nachdem wir erst am Montag hier ausklarieren können, sehen wir uns noch das Flughundspektakel auf Chicken Island an. Dort fliegen tausende dieser Riesen-Fledermäuse (Pteropus vampyrus - siehe Film) im Sonnenuntergang Richtung Festland, vermutlich um dort nach leckeren Früchten zu suchen, ihrer bevorzugten Nahrung.
Dann erst geht es richtig los. Zuerst zu den Similan Inseln, mit Tauchgang und kurzem Treffen mit Katamaran Felix und danach zwei Tage auf der Invisible Bank, einer felsigen Untiefe den Andamanen vorgelagert, wo wir bei starker Strömung und eindrucksvollen Wellenbergen einige actionreiche Tauchgänge machen. Zu sehen gibt es jede Menge großer Fische wie Thune, Napoleon (Cheilinus undulatus) und sogar einen schlafenden Hai in seiner Höhle.
Während der Überfahrt können wir von der Oberfläche aus einen großen Mantarochen sehen der zum Abschied hinter unserem Boot aus dem Wasser springt. Bei einem Schnorchelgang auf hoher See treiben jede Menge großer Venusgürtel (Cestum veneris, Ctenophora – Rippenquallen) vorbei. Auch Delphine queren immer wieder unseren Weg, teilweise recht große Gruppen von Long-snouted Spinner Dolphins (Stenella longirostrissiehe Film) die herrlich an unserem Bug spielen.

Unsere 6 Mitsegler übernehmen in Zweierteams jeweils 2-stündige Wachen – somit kann jeder immerhin 4 Stunden am Stück schlafen. Tom ist immer auf Bereitschaft und Keanu und Sonja kümmern sich ums leiblich Wohl und sich selber ;-)

Auf dem Weg nach Port Blair wickelt sich in den frühen Morgenstunden die Gaffelgei des Großsegels um unsere Kurzwellen-Funkantenne und reißt sie ab. Auch unsere Waschmaschine und eine Wasserpumpe haben die Überfahrt nicht überstanden, ein Batteriemonitor wurde ebenfalls durch Salzwasser zerstört. Das sind halt die Kinderkrankheiten eines neu ausgestatteten Bootes, aber dank unserer zwei MacGyver an Bord - Gunther und Tom - können wir alles bis auf die Waschmaschine wieder reparieren. Ohne Kurzwellen-Funk wäre es auch blöd gewesen, da man sich auf den Andamanen zwei mal täglich melden und seine Koordinaten durchgeben muss. Im Vorfeld haben wir uns auf Anraten einen „Agent“ genommen, der uns prompt sämtliche Dateien gemailt hat, die wir für das Einklarieren dort brauchen. Abgesehen von jeweils fünf Kopien der Reisepässe und Visa von allen Mitseglern, müssen wir insgesamt so an die 150 Zettel bereit halten. Mit Infos über unseren persönlichen Besitz, dem Inventar, dem Proviant, des Equipments, des Wasservorrates und auch der Sicherheitsvorkehrungen an Bord. Zum Schluss haben wir jeweils einen Stapel für die Immigration, Port Health, Harbor Master und Coast Guard. Und zum Glück waren wir so gut vorbereitet, denn alle kamen relativ schnell an Bord, schauten sich die Zettelwirtschaft und unsere Ausrüstung an, die Coast Guard machte sogar ein Photo von uns – wofür auch immer – und nach nur 2 Stunden war dank unseres Agenten (Rathnam – www.andamanholidays.com) alles erledigt. Dank dieser mühsamen Vorbereitung zum Einklarieren fahren nicht viele Jachten auf die Andamanen. Wenn man keinen Agenten nimmt kann das Einklarieren mitunter einige Tage in Anspruch nehmen. Während unseres Aufenthaltes sind ca. noch 20 weiter Jachten in einem Gebiet so groß wie Kroatien unterwegs. Und bis auf die ersten Tage sehen wir dann keine weiteren Boote mehr.

Endlich dürfen wir dann indisches Staatsgebiet betreten und stocken sofort unseren Proviant, vor allem Früchte und Gemüse, ordentlich auf. Port Blair ist ein kleiner Ort und typisch indisch. Alle Frauen tragen Saris und es geht auf den Straßen herrlich verrückt zu. Wir fahren mit Tuk Tuks, die wie wahnsinnig durch den Verkehr rasen. Abends genießen wir köstliches indisches Essen in einem vegetarischen Restaurant, das uns von unserem Agenten empfohlen wurde.

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